Leserbrief: Der Kugelfisch

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By gonorrea | 2 Kommentare

Ein altes japanisches Yakuza-Sprichwort besagt: Iss keinen rohen Kugelfisch - Banker lieben es Kugelfisch zu filetieren und ihn als Seezunge auf den Markt zu bringen. Banker sprechen also mit gespaltener Zunge.

Verschrobene Mathematikgenies werden von Bankern mit hohen Summen bestochen. Dafür erhalten die Banker ausgeklügelte Gleichungen - strukturierte Produkte. Weder die Kunden noch die Banker verstehen diese Gleichungen. Also reden die Banker von Geld. Da weiss gleich jeder, wovon der Banker spricht. Und er selbst weiss es auch. So wie der Kokaindealer weiss, wovon er redet, wenn er Stoff meint.

Alles, was ein bestimmtes Extrem überschritten hat, wird durchlässig, nimmt einen porösen Zustand an. Dieser Moment ist erreicht, wenn der Kugelfisch sich aufplustert und anfängt, einer Blase zu gleichen. Spätestens aber dann, wenn das liberalistische Selbstverständnis der UBS zum Kommunismus mutiert. Der Imperativ an den einfachen Bürger lautet: Finanziere uns unser Schneeballsystem. Und den Boni für den Off-Roader gleich mit. Zu diesem Zeitpunkt, wenn der Banker zum Punker wird, platzt der Kugelfisch und vergiesst sein ganzes Gift auf den wertlosen Papyrus. So entsteht toxisches Papier.

Der Kugelfisch gedeiht in tropischen, warmen Korallengewässern, 47 Grad südlich wie nördlich des Äquators. Mit seinem körpereigenen Tetrodotoxin erlegt er jeden. Die tödliche Dosis beträgt bescheidene 10 Mikrogramm pro Kg Körpergewicht. Nur: Man muss ihn dafür eben erst essen.

Yannick H.

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Sonntagsphilosophen

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Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!
Albert Einstein

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Helden?

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Ich war bei kürzlich bei McDonald’s, als mir etwas ganz eigentümliches passiert ist. Ich wartete in der Schlange auf mein Essen, als ein an seiner Veteranenmütze erkennbarer älterer Veteran mit seiner Frau auf mich zukam. Er streckte mir seine Hand entgegen und sagte, er möchte mir die Hand schütteln und mir für meinen Dienst danken. Er sagte, dass ich und meine Kameraden seine Helden wären. Er sagte, er sei stolz auf mich und alles, was ich im Dienst meines Landes getan hätte. Seine Frau sah mich an und lächelte breit. Sie sagte: “Wir sind alle so stolz auf euch Jungs” und “mehr junge Menschen sollten genau so sein wie Sie.” Ich wollte nicht unhöflich sein, also schüttelte ich seine Hand und nickte anerkennend. Das Paar lächelte und war offenbar der Meinung, es hätte seine patriotische Pflicht getan, indem sie einem Veteranen die Hand geschüttelt haben.

Erst nachdem sie gegangen waren, traf mich das Ausmaß dessen, was dieser Mann gesagt hatte, wirklich. Er dankte mir für meinen Dienst. Er dankte mir und sagte mir, ich sei sein Held! Nachdem mir das bewusst wurde, war es mir irgendwie peinlich. Ich wusste nicht, was ich denken sollte und, nahme mein Essen und ging wieder an die Arbeit. Ich konnte den ganzen Tag an nichts anderes mehr denken. Was genau war es denn, für das sich dieser Mann bei mir bedankte? Was hatte ich wirklich “heldenhaftes” getan?

“Heldenhaft” stand ich im Irak und bewachte eine ganze Nation, die von Bushs Kriegsmaschinerie unterjocht wurde. Wie ein echter Held, habe ich tapfer meinen Küchendienst geleistet und geholfen Scheiße zu entsorgen. Ich zeigte mein Heldentum, indem ich täglich Wachdienst um unseren Fahrzeugpark schob. Im Angesicht aller Widrigkeiten spielte ich jede Nacht für mehrere Stunden heldenhaft “Call of Duty” auf meiner XBOX 360. Ich höre unseren Bataillonskommandeur zu uns sagen, wie wichtig unsere Aufgabe ist. Wie jeder von uns wichtig für die Veränderung des Lebens der Iraker ist. Ich erinnere mich deutlich an diese “Veränderungen”, wenn ich Wache schob im Haftzentrum in Tal Afar. Ich wachte “heldenhaft” über die Gefangenen, die ohne Verurteilung saßen und darüber, dass sie ihre Essensration und eine Flasche Wasser erhielten.

Nichts von all dem, was ich im Nahen Osten getan habe scheint besonders heldenhaft. Immer, wenn sich jemand für meinen Dienst bedankt, frage ich mich: Für was? Danken sie mir dafür, das sichergestellt wurde, daß die Iraker unmöglich in einem demokratischen Staat leben können, weil das natürlich gegen die amerikanischen Interessen verstößt? Vielleicht ist mir aber auch dafür zu danken, dass die Profite derer, die an diesem Krieg verdienen von mir gesichert wurden.

Ein Held zu sein würde für mich bedeuten, sicherzustellen, dass die Iraker sauberes Trinkwasser zur Verfügung haben, statt dieses zur Straßenreinigung einzusetzen, damit darauf der Staub nicht zu dick wird. Heldenhaft wäre der Einsatz der Arbeitskraft und Ressourcen um die Straßen in Basra zu reparieren und sauberzuhalten und nicht die in unserem Camp.

Das nächste Mal, wenn sich bei mir jemand für meinen Dienst bedankt, werde ich vielleicht fragen, ob sie wissen, wofür sie sich bedanken. Ich möchte wissen, ob der durchschnittliche Mensch genau weiß, was im Irak vorgeht, und was wir dort tun. Wenn sie wußten, daß ihre Steuergelder benutzt werden, um das sechsstellige Gehalt eines Söldners zu zahlen, die im Grunde den gleichen Job wie ich mit der Hälfte des Risikos machen. Vielleicht, wenn sie den Schmerz und das Leid in den Augen der irakischen Kinder erkennen, wenn sie uns in unseren LKWs und Panzern fahren sehen.

Ich bin nicht stolz auf meinen Dienst. Ich bin nicht mit dem, was ich tat und mit den Gräueltaten, deren Zeuge ich wurde, glücklich. Ich will nicht mit dem Wissen leben, daneben gestanden zu haben und nichts getan zu haben, während unzählige unschuldige Menschen täglich wegen dieser Gleichgültigkeit sterben. Denn ich habe in einen illegalen und ungerechten Krieg der Besetzung gedient. Ich bin kein Held.

Quelle: Brett McFann @ “Iraq Veterans against the War” via “World can’t wait” ¦ Übersetzung von Thomas Trueten

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Revolution ist tanzbar

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At The Drive In - Invalid Litter Dept

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Zick und Zwerg wollen Platz

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Ein Text von Bettina Dyttrich (WOZ vom 15. April 2010)

Kulturschaffende und PolitaktivistInnen wehren sich gegen eine Stadtentwicklung, die nicht nur die Alternativkultur, sondern auch den bezahlbaren Wohnraum verdrängt. Ein Stadtrundgang.

Luzern kommt nicht zur Ruhe. Seit der Schliessung des Kulturzentrums Boa im Herbst 2007 klafft eine Lücke. Auch der offizielle Boa-Ersatz kann sie nicht füllen: der Südpol, ein ehemaliger Schlachthof in Kriens, südlich der Stadtgrenzen. «Man kann nicht einfach ein Haus hinstellen für Leute, die aus einem selbst organisierten Projekt wie der Boa kommen», sagt Jonas, ein junger Luzerner Kulturaktivist. «Die Boa ist aus einer Besetzung entstanden. Die Ansätze sind zu verschieden.»

Die Unzufriedenen treffen sich seit Februar zu kulturpolitischen Diskussionsrunden. Nun rufen sie zur «Kulturoffensive» auf – mit einem Umzug durch die Stadt am kommenden Samstag. Und das soll nur der Anfang sein.

Das Licht ist hell, das Wetter warm. Die Berge leuchten. Auf dem Luzerner Bahnhofplatz wuseln Touristinnen, Geschäftsleute und Jugendliche durchein­ander. Hanna und Jonas haben ihre Velos dabei. Sie gehören zur Gruppe «Zick und Zwerg», die Ende März das Geissmättli besetzt hat, den ehemaligen Fixerraum an der Reuss. Unauffällige und ungemein freundliche Menschen, die dem BesetzerInnenklischee hinten und vorne nicht entsprechen. Es gehe ihnen nicht nur um Kultur, sagt Hanna: «Die kulturpolitischen Diskussionsrunden richten sich an alle, die unzufrieden sind mit der Stadtentwicklung.» Um zu zeigen, was sie meinen, schlagen sie einen Stadtrundgang vor.

An der Werft vorbei geht es zur ers­ten Station: dem Tribschen-Quartier. Zentral und in Seenähe, ist das ehemalige Industriequartier ein begehrtes Pflaster. Die Stadt hat es zu einem «Entwicklungsgebiet» erklärt. Die ers­ten Neubauten stehen schon, moderne, elegante Mehrfamilienhäuser. Dahinter Parkplätze, das Busdepot, ein eingezäunter, leerer Platz, auf dem früher die Gowa-Halle stand. Letzten Herbst wurde sie nach einer kurzen kulturellen Zwischennutzung abgerissen.

Auch das angrenzende Frigorex-­Areal wird Wohnbauten weichen müssen. Heute beherbergt es die Kunsthalle, das Théâtre La Fourmi, den Club Vasco da Gama und verschiedene Ateliers. Das Gebäude gehört dem Investor Jost Schumacher, der rund tausend Wohnungen besitzt. Kürzlich beschwerte er sich im Luzerner «Kulturmagazin» über Einsprachen gegen Bauprojekte: «Dass Leute, die finanziell nichts beisteuern, gleich viel zu sagen haben wie Investoren, ist ärgerlich.»

*

Kurze Pause im Jugendzentrum Treibhaus. Da die Wohnquartiere näher rücken, könnte ihm bald Ähnliches drohen wie der Boa: eine Schliessung wegen Lärmkonflikten.

WOZ: Kulturschaffende und politisch Aktive arbeiten nicht unbedingt gut zusammen. Wie ist das in Luzern?

Hanna: Die Szenen sind sehr eng verknüpft. Dazu haben die Boa-Schliessung und die Massenverhaftungen am anschliessenden Protestfest beigetragen.

Jonas: Die Politszene beschäftigt sich schon lange mit Videoüberwachung und Wegweisung, also mit Themen, die mit dem öffentlichen Raum zu tun haben. Der Kampf darum verbindet alle.

In Luzern scheint es immer um Kultur zu gehen. Das ist oft ein Zeichen dafür, dass es noch genug Wohnraum gibt …

Hanna: Er wird knapper. Zum Beispiel werden die Genossenschaftsblöcke hinter dem Château Gütsch abgerissen. Und die Neubauten sind teuer. Wer etwas wirklich Günstiges braucht, wohnt in der Agglo.

Jonas: So wie ich, in Emmenbrücke.

Versucht ihr, im Wohnbaubereich auf die Stadt Einfluss zu nehmen?

Jonas: Bei uns gibt es das Mittel der Volksmotion. Damit ist es möglich, vor dem Gemeinderat Anliegen vorzubringen, wenn man hundert Unterschriften gesammelt hat. Wir werden eine Volksmotion lancieren, in der wir fordern, dass die Stadt in den «Entwicklungsschwerpunkten» den genossenschaftlichen Wohnungsbau bevorzugen soll.

Hat das Chancen?

Jonas: Ich fürchte, nein.

*

Weiter gehts, an der stillgelegten Boa vorbei – heute ein Postverteilzent­rum – zu einem anderen umkämpften Areal: der Industriestrasse. Ein Brockenhaus, Kleingewerbe, verwinkelte Baracken mit Dächern aus Welleternit stehen auf dem Gelände, das der Stadt gehört. Kernstück des Gevierts ist ein imposantes Haus, in dem seit mehr als zwanzig Jahren Künstlerinnen und Kulturaktivisten leben. Hier wird klar, wie eng günstiger Wohnraum und Kulturschaffen verknüpft sind. Die Illustratorin Evelyne Laube hat ausgerechnet, dass frühere und heutige HausbewohnerInnen Preise und Stipendien von fast 300 000 Franken bekommen haben. «Das Gebiet ist vor zehn Jahren umgezont worden, für ein Bauprojekt, das dann nicht realisiert wurde», erzählt Urban, ein Bewohner. «Hier darf 24 Meter hoch gebaut werden.» Und das wird früher oder später geschehen, das wissen alle.

Auch das Stadttheater ist ein umkämpfter Ort. Denn Luzern träumt von einem neuen Konzert- und Musiktheaterzentrum mit internationaler Ausstrahlung, der «Salle Modulable». Der Standort ist noch unklar, abgestimmt wird frühestens 2012. Klar ist, dass die Salle Modulable das Aus für das Stadttheater bedeuten würde. Jonas: «Darum haben die Boa-Leute vorgeschlagen, aus dem Stadttheater ein Volkshaus zu machen.»

Von hier ist es nicht mehr weit zum Geissmättli. Es liegt direkt am Fluss, neben der Eisenbahnbrücke. Gegenüber dröhnt die Autobahn, darüber strahlt auf dem Hügel das Château Gütsch. Ein romantischer Ort, genau die richtige Mischung aus Idylle und Stadtlärm. Hanna sagt: «Das Geissmättli soll ein Café sein, wo sich ganz verschiedene Leute vernetzen und Veranstaltungen organisieren können. Alle können sich beteiligen.»

Hinter der Theke grinsen zwei Pappmachégeissen von der Wand. Zwei junge Männer putzen die Parkettböden. «Manche finden, es sei keine richtige Besetzung, weil wir ein Graffitiverbot ausgerufen haben», erzählt Jonas lachend. Alle sind enthusiastisch bei der Sache, als könnten sie hier lange bleiben. Aber die städtische Baudirektion hat das Lokal ab Sommer einem Wirt verpachtet. Die Grünen haben im Januar ein Postulat für eine kulturelle Nutzung des Geiss­mättlis eingereicht – vergeblich.

«Kultur ist nur die Vorbereitung für lukrativere Nutzungen. Wie in der Boa, im Frigorex, an der Industriestrasse», sagt Jonas. In dieser Rolle stecken alternative Kulturschaffende fast überall. In Luzern wollen sie sich das nicht mehr gefallen lassen.

«Kulturoffensiver Umzug»: Luzern, Theaterplatz, Sa, 17. April, 16 Uhr.

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Checkpoints und mehr

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Ein Film von A-Films

Das Flüchtlingslager Nahr al-Bared hat sich bis heute nicht vom verheerenden Krieg 2007 erholt. Die libanesische Armee hält das Camp und die 20.000 zurückgekehrten PalästinenserInnen nach wie vor fest im Griff. Die militärische Belagerung behindert den wirtschaftlichen Wiederaufbau Nahr al-Bareds stark, da der Zugang enorm restriktiv ist und das Gebiet zur Militärzone erklärt wurde. Nach einer kürzlich erschienenen Studie werden die Präsenz und Massnahmen der Armee von 98 Prozent der palästinensischen GeschäftsbesitzerInnen als Problem bezeichnet. Das Militär begründet seine Präsenz derweil mit der Garantie der Sicherheit der Flüchtlinge.

Dieser 30-minütige Film dokumentiert die Konsequenzen der Belagerung Nahr al-Bareds. HändlerInnen und Handwerker erklären ihre spezifischen Probleme und der zuständige UNRWA-Projektmanager, eine Projektkoordinatorin der palästinensisch-arabischen Frauenliga, der Präsident des lokalen Händlerkomitees und ein Wissenschaftler schildern ihre Perspektiven und Gedanken zum Thema.

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Ein halbes Leben im Todestrakt

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Solidaritätskundgebung für Mumia Abu-Jamal

Der schwarze Journalist und Bürgerrechtler Mumia Abu-Jamal sitzt schon sein halbes Leben im Todestrakt eines Gefängnisses in Philadelphia, USA – für eine Tat, die er vermutlich nicht begangen hat. In den nächsten Wochen wird vom 3. Bundesberufungsgericht in Pennsylvania entschieden, ob das Todesurteil vollstreckt wird oder Abu-Jamal „nur“ bis zum Ende seines Lebens weiterhin in Haft bleibt. Und das, trotz neuer entlastender Beweise, aber ohne auch nur die Aussicht auf einen neuen Prozess. Mumia Abu-Jamal wird am 24. April 56 Jahre alt.

Das Stuttgarter Bündnis Solidarität mit Mumia Abu-Jamal veranstaltet eine Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz am 20. April, 17 Uhr, um auf Abu-Jamals Situation aufmerksam zu machen und über Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.

Weitere Informationen zum Solidaritätsbündnis und zur Veranstaltung.

Quelle: Stuttgarter Bündnis “Solidarität mit Mumia Abu-Jamal”

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Luzern gehört allen!

Seit Jahren orientiert sich die stadtplanerische und städtebauliche Entwicklung in Luzern einseitig an der Logik der ökonomischen Verwertbarkeit. Die Bedürfnisse der Bevölkerung werden dem Standortwettbewerb untergeordnet und aus jedem einzelnen Quadratmeter Land soll die grösstmögliche Rendite herausgepresst werden. Menschen, Projekte und Institutionen, die sich die der ökonomischen Logik nicht unterwerfen können oder wollen, werden aus der Stadt verdrängt. Dieser Prozess lässt sich anhand dreier miteinander verbundenen Entwicklungen exemplarisch illustrieren:

Verdrängung der kulturellen Vielfalt
Die seit längerem andauernde Verdrängung der Kultur geht weiter und verschärft sich. Das Kulturhaus Boa musste dieser Entwicklung bereits weichen, die nächsten Opfer sind mit dem Theater La Fourmi, der Blues Bar, der Kunsthalle und weiteren NutzerInnen des Frigorex-Areals bereits bestimmt. Auch das Treibhaus, die Schüür und andere Institutionen sind mittel- bis längerfristig durch Bauprojekte bedroht. Die Stadt betreibt diese Verdrängung zum Teil aktiv, zum Teil schaut sie ihr tatenlos zu. Gleichzeitig wird der Vermarktung des Kulturstandortes Luzern alles untergeordnet. Die Salle Modulable muss her, koste es was es wolle… Den Kulturkompromiss haben wir anders verstanden!

Verschwinden von günstigem Wohn- und Arbeitsraum
Die Qualität einer lebendigen Stadt sehen wir in gut durchmischten Quartieren, in denen alle Bevölkerungsschichten ihren Platz finden und die sich durch eine vielfältige Nutzung auszeichnen. Stattdessen entstehen eintönige, teure Wohn- und Bürokomplexe, wie zum Beispiel die „Tribschenstadt“. Diese negative Entwicklung droht unvermindert weiterzugehen: Auch das Basel-/Bernstrasse-Quartier wird den durch die Stadt vorgegebenen Aufwertungsdruck in den nächsten Jahren zu spüren bekommen. Dort vollzieht sich exemplarisch ein Prozess der Gentrifizierung: Die alternative und kreative „Szene“, die zunächst zur Belebung dieses Stadtteils beiträgt, wird für dessen Aufwertung instrumentalisiert und später aufgrund der steigenden Immobilienpreise wieder verdrängt.

Vertreibung aus dem öffentlichen Raum
Mit der Überreglementierung und Überwachung des öffentlichen Raums (z.B. Wegweisungsartikel, Videokameras) soll alles von den Plätzen und Strassen verbannt werden, was nicht ins Marketingbild von Luzern passt und wirtschaftliche Interessen angeblich stört. Die Einschränkungen gehen soweit, dass man bereit ist, dafür verfassungsmässige Rechte, wie die Versammlungsfreiheit, in Frage zu stellen. Dabei geht vergessen, dass Lebensqualität nicht Wirtschaftswachstum bedeutet und die Stadt nicht bloss denen gehört, die am meisten konsumieren und investieren.

Wir lehnen diese einseitig auf Profit ausgerichteten Entwicklungen ab und wollen sie stoppen!

Wir wollen eine Stadt, die die Bedürfnisse ihrer BewohnerInnen ins Zentrum stellt; eine Stadt, in welcher der öffentliche Raum frei zugänglich ist und von allen genutzt werden kann; eine Stadt, in der es günstige Wohn- und Arbeitsräume gibt; eine Stadt, in der alle Formen der Kultur auch im Zentrum ihren Platz haben; kurz, eine Stadt, die allen gehört.

Dafür werden wir kämpfen!

Hier als Einzelperson oder Gruppierung online unterzeichnen!

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Am 11. April 1945 wurde das Lager Buchenwald durch eine präzise geplante und gezielte Aktion des internationalen Lagerkomitees befreit. Diese Aktion ist von den ehemaligen Häftlingen als Selbstbefreiung empfunden worden und so in die DDR-Historiografie eingegangen. Es gab stets Versuche, die Selbstbefreiung als kommunistischen Mythos umzudeuten und zu behaupten, nicht die Organisation der Gefangenen, sondern die amerikanische Armee hätte Buchenwald befreit; von einer Selbstbefreiung könnte nicht die Rede sein. Dass das nicht stimmt, belegt eine kommunistischer Propaganda unverdächtigte Quelle: der Tagesbericht der amerikanischen Armee…

Weiterlesen beim redblog

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“Ich glaube weiterhin fest daran, dass eine bessere Welt möglich ist.” - Fidel Castro in einer Botschaft an das mexikanische Volk am 26. Mai 2004

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Petition “Mumia Abu-Jamal und die weltweite Abschaffung der Todesstrafe” unterzeichnen! Petition “Mumia Abu-Jamal und die weltweite Abschaffung der Todesstrafe” unterzeichnen!