Räumung der Hofstrasse

By gonorrea.  
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Heute Nachmittag hat die Stadtpolizei Luzern das besetzte Haus an der Hofstrasse 3 in Luzern geräumt. Dabei wurden vier Hausbesetzer festgenommen.

Am Sonntagabend den 21. Oktober hat eine Gruppe von rund 15 Personen aus Luzern und Umgebung das Haus an der Hofstrasse 3 besetzt. Im Zuge der Schliessung des Kulturzentrums Boa sollte im Haus ein alternativer Kultur- und Lebensraum verwirklicht werden.

Der Eigentümer der Hauses hat nach der Besetzung beim Amtsstatthalteramt Luzern eine Anzeige eingereicht. Die Behörden setzten daraufhin den HausbesetzerInnen eine Frist bis zum Montag dem 12. November. Bis dann sollten sie das Gebäude “selbständig und freiwillig” verlassen, was diese jedoch nicht taten.

Das Haus an der Hofstrasse 3 wurde bereits im Jahr 2001 ein erstes Mal besetzt. Schon damals stand dieses einige Jahre leer. Aufgrund des Unverständnisses des damaligen Eigentümers mussten die BesetzerInnen das Haus wieder nach einigen Wochen verlassen.

Sechs Jahre später steht das Haus immer noch leer, und der Besitzer scheint noch immer keine Nutzung der Räumlichkeiten zu wollen.

So hat die Stadtpolizei Luzern im Auftrag vom zuständigen Amtsstatthalter heute das Gebäude polizeilich räumen lassen. Vier Personen wurden dabei vorübergehend festgenommen. Die Personen haben sich friedlich verhalten und sich auch nicht gegen die Festnahmen gewehrt. Handwerker haben das Gebäude jetzt verschlossen.

Im Umfeld der polizeilichen Räumung wurde eine spontane Demonstration durchgeführt.

Situation in der Stadt Luzern

In den letzen Jahren hat sich die Situation in Luzern drastisch verschärft. Ein Resultat dieser Politik ist die Schliessung des Kulturzentrums BOA. Seit der Besetzung vor 19 Jahren hat sich die Boa zu einem Freiraum der Alternativkultur mit internationaler Ausstrahlung entwickelt.

Ebenfalls keinen Platz in der sauberen Touristenstadt Luzern haben die besetzten Häuser Kiwiana-Squat und Hofstrasse 3. Die dort geschaffenen Freiräume werden zerstört. Was nicht ins kommerzielle Bild des Standorts Luzern zu passen scheint, soll aus der Stadt verschwinden.

In diese Logik der Vertreibungspolitik reiht sich auch die Forderung eines Wegweisungsartikels. Wer für Touristen kein gutes Bild hinterlässt, oder wer nicht aussieht, als ob er sich gerade dem Konsum widmet, soll in Zukunft aus der Stadt Luzern weggewiesen werden können.

Diese repressive Politik zerstört Kultur und privatisiert den öffentlichen Raum: Wer sich nicht dem kommerziellen Lebensstil unterwerfen, sondern anders leben will, hat keinen Platz mehr in der Stadt.

Deshalb: Es reicht! Genug ist genug!

Selber denken – selber handeln – selber leben!

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