Leserbrief: Der Kugelfisch
By gonorrea.Ein altes japanisches Yakuza-Sprichwort besagt: Iss keinen rohen Kugelfisch - Banker lieben es Kugelfisch zu filetieren und ihn als Seezunge auf den Markt zu bringen. Banker sprechen also mit gespaltener Zunge.
Verschrobene Mathematikgenies werden von Bankern mit hohen Summen bestochen. Dafür erhalten die Banker ausgeklügelte Gleichungen - strukturierte Produkte. Weder die Kunden noch die Banker verstehen diese Gleichungen. Also reden die Banker von Geld. Da weiss gleich jeder, wovon der Banker spricht. Und er selbst weiss es auch. So wie der Kokaindealer weiss, wovon er redet, wenn er Stoff meint.
Alles, was ein bestimmtes Extrem überschritten hat, wird durchlässig, nimmt einen porösen Zustand an. Dieser Moment ist erreicht, wenn der Kugelfisch sich aufplustert und anfängt, einer Blase zu gleichen. Spätestens aber dann, wenn das liberalistische Selbstverständnis der UBS zum Kommunismus mutiert. Der Imperativ an den einfachen Bürger lautet: Finanziere uns unser Schneeballsystem. Und den Boni für den Off-Roader gleich mit. Zu diesem Zeitpunkt, wenn der Banker zum Punker wird, platzt der Kugelfisch und vergiesst sein ganzes Gift auf den wertlosen Papyrus. So entsteht toxisches Papier.
Der Kugelfisch gedeiht in tropischen, warmen Korallengewässern, 47 Grad südlich wie nördlich des Äquators. Mit seinem körpereigenen Tetrodotoxin erlegt er jeden. Die tödliche Dosis beträgt bescheidene 10 Mikrogramm pro Kg Körpergewicht. Nur: Man muss ihn dafür eben erst essen.
Yannick H.
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Tags: kapitalismus, leserbrief





Dienstag, Mai 11th 2010 at 20:47
Liebe per Mausklick? In den USA lauft der erste Scheidungsprozess wegen virtueller Untreue. “Batty-Botty”, “Hanky-Panky” oder “Rumpy-Pumpy” - so oder noch kindischer pflegt der amerikanische Mann aus der gehobenen Mittelschicht den Koitalvollzug zu nennen.
Seit letzter Woche aber geistert ein neuer Begriff fuer den Beischlaf durch die Treffs und Tranken der Besserverdienenden in den USA. Er lautet, nicht minder infantil: “Rumble-Rumble”. Diese Bereicherung ihres Sexualvokabulars verdankt die Mondfahrernation einem aufsehenerregenden Scheidungsverfahren, das die Amerikaner amuesiert wie selten ein Fall in ihrer Rechtsgeschichte: Es geht um die juristische Frage, ob virtuelle, am Computer veruebte Untreue, also sozusagen Batty-Botty durch Bits und Bytes, als vollzogener Ehebruch gelten kann oder nicht.
Samstag, Mai 29th 2010 at 18:32
warum muss man denn immer so exotisches zeugs essen oder essen wollen. das ist für mich, wie tomanten im winter zu essen. in deutschland sollten wir schnitzel essen und gut ist es.